Die Funktion der Heizloks
Achsfolge
Ölfeuerung
Gasturbine
Heizloks
Wasserversorgung

In Eisenbahnpublikationen oder im Internet findet sich bei Lokomotivbeschreibungen oftmals die Anmerkung “...als Heizlok abgestellt” oder ähnlich klingende Sätze.
Was ist eine so genannte “Heizlok”?
Heute werden Reisezugwagen zum grössten Teil elektrisch beheizt (früher waren die Waggons mit Dampfheizungen ausgestattet). Mittels einem Wärmetauschmittel wird der Wagen über eine Umlaufheizung erwärmt. Es gibt auch Umluftheizungen.
Alle Reisezugwagen ist eine relativ schlechte Wärmeisolierung gemeinsam. Die Wagen kühlen ohne Heizung sehr schnell aus. Eine bessere Isolierung würde jedoch bei vollbesetzten Reisezugwagen den Frischluftaustausch stark erschweren.
Die Waggons müssen also vorgeheizt werden, bevor sie zu ihrer ersten Fahrt, nach der Nachtruhe etwa, aufbrechen.
Die elektrische Wagenheizung funktioniert mit 1 kV Wechselstrom. Und dies ist genau die Spannung, die der Haupttransformator einer Elektrolokomotive liefert. Und deshalb werden Elektrolokomotiven oftmals als Vorheizanlagen verwendet.
Bei Vorheizanlagen unterscheidet man zwischen den ortsfesten (stationären) und den beweglichen (mobilen). Eine Heizlok, die noch fahrfähig ist, ist eine bewegliche Vorheizanlage, die nicht mehr fahrtüchtige Lokomotive bereichert den Bestand an ortsfesten Anlagen. Die
E32 oder BR132 hat am Ende ihres Daseins des öfteren als Heizlok gedient.

Die Reisezugwaggons sind über die so genannte “Zugsammelschiene” (ZS) verbunden. Die ZS ist das dicke Kabel welches an beiden Enden der Fahrzeuge in der Höhe der Luftschläuche angebracht ist. Erkennbar ist die ZS am Hochspannungs-Warnschild. Über diese Einrichtung wird die Versorgung des Zuges sicher gestellt. Diese Zugsammelschiene wird zum Vorheizen mit der ZS der Heizlok oder der ortsfesten Vorheizanlage verbunden. Die ZS darf nur gekuppelt oder entkuppelt werden, wenn mit Sicherheit keine Spannung anliegt. Neben dem Abschalten der ZS ist dazu bei Elektrolokomotiven der Stromabnehmer (Bügel) von der Oberleitung zu nehmen, ihn also zu senken. Bei Diesellokomotiven muss der Motor abgestellt werden.

Ist die ZS an der Heizlok angebracht, wird bei der Heizlok über den Haupttransformator die 15kV (15000 Volt) Oberleitungsspannung in 1 kV (1000 Volt) zur Energievwrsorgung der Fahrzeuge heruntertransformiert. Der erzeugte Strom wird jedoch nicht nur zum Vorheizen der Reisezugwagen benötigt, sondern auch zum Aufladen der Akkus, die sich in den Waggons befinden (z.B. für die Beleuchtung).
Um die Akkus der Reisezugwagen nachzuladen, haben manche Reisezuggattungen noch einen Achsgenerator (Wagentypen Bm, Bn etc). Diese Achsgeneratoren funktionieren nur bei der Fahrt. Das Prinzip gleicht einem Fahrraddynamo. Bei längeren Stillstandszeiten, wo Strom verbraucht wird, kann der Akku dadurch nicht nachgeladen werden. Gerade die Wechselrichter der Leuchtstoffröhren würden den Strom richtiggehend aus den Batterien saugen. Deshalb haben moderne Waggons eine zentrale Stromversorgung. In der Gattungsbezeichnung wird ein kleines z angehängt, um dies zu kennzeichnen (z.B. Bpmz, Bnrz etc.) Eine internationale Kennung für eine so genannte zentrale Energieversorgung ist ein eingerahmtes “ee” im UIC Raster.
Nach diesen Ausführungen ist es vielleicht jetzt auch manchem klar, warum des Morgens in dem einen oder anderen Nahverkehrwagen erst einmal kein Licht brennt. Nach einigen Metern Fahrt blitzen die Leuchtstoffröhren dann auf, der Akku hat über den Achsgenerator wieder Saft bekommen. Und der Nachbarwagen war nur deshalb hell erleuchtet, weil er schon über eine ZEV (Zentrale Energieversorgung) verfügt.
Eine Heizlok heizt also nicht direkt sondern ist eher eine “Stromversorgerlok” oder “Trafolokomotive”.

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Aktualisiert am
30.Januar 2005

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